Können wir den Wohltätigkeitsorganisationen noch vertrauen?

May 6, 2019

This is a translation of Nitya Agarwal's article Can we still trust charities?  To read a Chinese translation of her article, follow this link.

 

Als menschliche Wesen legen wir großen Wert auf Eigenschaften, die uns qualifizieren gute Menschen zu sein. Einige der wichtigsten Kriterien sind, die Großzügigkeit und das Mitgefühl. Um diese Eigenschaften zu erreichen, sind Leute in insbesondere privilegierten Regionen der Welt oft bemüht, sich mit Wohltätigkeitsorganisationen beschäftigen. Aber werden die Organisationen, die wir unterstützen, auch wirklich diese Ziele erreichen? Mit dem Aufstieg der sozialen Medien und des digitalen Marketings, haben Wohltätigkeitsorganisationen eine zugängliche Plattform gewonnen, um ein größeres Publikum zu erreichen, ihre Botschaft zu verbreiten, und dort um Spenden zu bitten, egal ob durch Werbung oder durch Pop-Ups auf Online-Plattformen. Obwohl das theoretisch zu einer Erhöhung, der Spenden und Unterstützung für diese Organisationen geführt haben sollte, haben Studien gezeigt, dass das Vertrauen in diese Organisationen seit 2017 in der breiten Öffentlichkeit um 6 Prozent gesunken ist, 33 Prozent der Befragten sahen den Grund dieser Abnahme in der Änderung der Medienberichterstattung.

 

Die Sichtbarkeit der entmutigenden und unmoralischen Skandale, in der Arbeit der bekannten Wohltätigkeitsorganisationen hat zugenommen, weil die Medien als Plattform fungieren und hier die Transparenz gewährleisten. Wie im Bericht der Charity Kommissionen von England und Wales vom Juli 2018 angegeben, erlangen Wohltätigkeitsorganisationen im Punkt „Vertrauen“ nur den Platz 5 in der Öffentlichkeit und liegen somit  0.2 Punkte unter dem Vertrauen, dass die Öffentlichkeit einen durchschnittlichen Fremden auf der Straße geben würden. Der Bericht zeigt, dass die negativen Nachrichten über die Arbeit dieser Organisationen und ihre übermäßigen Werbekampagne eine Welle von Zweifel geschaffen haben, ob ein Großteil des gespendeten Geldes, tatsächlich die den Spendern versprochenen Begünstigten erreicht. Das Vertrauen in die Auslandshilfe hat sich auch von 40% auf 36% reduziert, hauptsächlich aufgrund der expliziten ethischen Verstöße von Wohltätigkeitsarbeitern, die in weniger wirtschaftlich entwickelten Ländern bekannt wurden. Das aktuellste und schockierendste Beispiel dieser Offenbarung wurde durch eine Untersuchung von „The Times“ im Januar 2018 aufgedeckt, nämlich das Fehlverhalten einiger Mitarbeiter bei Oxfam nach dem Erdbeben von 2010 in Haiti, diese Personen haben Frauen und Kinder sexuell ausgebeutet im Austausch für Lebensmittel und anderen Ressourcen. Oxfam GB wurde nach der erzwungenen Entlassung von neun Personen, von der Bereitstellung der Entwicklungshilfe für Haiti abgehalten und tausende regelmäßiger Abonnementsspenden wurden ebenfalls gestoppt.

 

Das Misstrauen gegenüber gemeinnützigen Organisationen stammt nicht nur aus dem groben Fehlverhalten welches aufgedeckt wurde, sondern auch aus der Tatsache, dass sie sich diese Missstände so lange verbergen konnten. Die vorgenannten Missbrauchsvorwürfe der Oxfam-Arbeiter war seit 2010 andauernd,

 

aber erst acht Jahre später und nach intensiver Medienuntersuchung kamen sie ans Licht. Die Leiterin der Überwachung bei Oxfam, Helen Davies, behauptet, dass trotz ihrer im Jahr 2015 geäußerten Sorge über die Behandlung von den Frauen in Ressourcenlagern in Haiti, niemand auf ihre Worte reagierte, was weiter die interne Misswirtschaft der Verstöße aufzeigt. Erst jetzt sind die Vorwürfe veröffentlicht worden und Oxfam GB ist mit den Konsequenzen konfrontiert worden, wie sich auch durch den Rücktritt von Penny Lawrence (die ehemalige Geschäftsführerin von Oxfam GB) zeigte, denn sie hat jetzt „die volle Verantwortung“ für die verursachten ‘Schäden und Leiden’ übernommen. Das ist nicht der einzige Fall für große organisatorische Vertuschungen, wie eine ähnliche Situation während des Skandals von Barnardos 2017 zeigt. Viele Gruppen haben Bedenken über die Missachtung vieler Missbrauchsfälle von Patienten in Barnardos Pflegeheimen von den 1960er bis 1980er Jahren geäußert, denn der Anwalt der Organisation in der obersten Gerichtsverhandlung gab zu, dass Barnardo’s sich der Vorwürfe bewusst waren aber sie hielten es nicht notwendig, die Aufzeichnungen aufbewahren, die als Beweismittel in Strafsachen verwendet werden hätten können . Diese systematische Vernachlässigung durch Wohltätigkeitsorganisationen, ihre Arbeiter zu beaufsichtigen und die mangelnde Verantwortlichkeit die sie haben, wurden in dem schlechten öffentlichen Bild der großen Organisationen reflektiert, denn 74% der Menschen fühlen sich jetzt unwohl, öffentliches Geld für diese Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden. 

 

Nach dem Rückgang der öffentlichen Unterstützung, erklärte der Vorsitzende der UK Charity Commission, William Shawcross, „es ist ein Weckruf für alle, die die Wohltätigkeit in diesem Land unterstützen" und er kritisierte vor allem „schlechte Mittelbeschaffung, unangemessene Datenfreigaben und Handelsbeziehungen“. Obwohl es lange überfällig ist, haben Abgeordnete und Beamte sich gegen unehrlich und unethische Wohltätigkeitsarbeit gewappnet und sie warnen Organisationschefs und bieten ihnen eine letzte Chance, „ihr Haus in Ordnung zu bringen“. Nicht nur müssen Missbrauchsvorwürfe ernster behandelt werden, sondern es soll auch die Verantwortlichkeit für die Datenkontrolle und Vertraulichkeit öfter geprüft werden. Eine von der Regierung in Auftrag gegebene Überprüfung von Sir Stuart Etherington präsentierte neue Vorschläge, dass eine oder ein neue Supervisor für die Industrie ernannt werden könnte. Verbesserte Überprüfungen des Managements und der Führung wird zukünftig bei Nichteinhaltung bedeuten, dass große und teilweise staatlich subventionierte Unternehmen mit gesetzlichen Regelungen konfrontiert werden, was ihre weltweite Reichweite und Methoden der Mittelbeschaffung beschränkt wird.

 

Obwohl es immer umstritten sein wird, dass solche Regelungen und Richtlinien ausreichend sind, um diese Skandale zu verhindern, ist es realistisch die Aufgabe der einzelnen Wohltätigkeitsorganisation sicherzustellen und auch sicherzustellen, dass der ethische Kodex, der versprochen wurde, eingehalten wird. Dass die Transparenz zu den Gebern regelmäßig gewahrt wird. Wie Bond, dass internationale Entwicklungsnetzwerk zusammenfasst: „NGOs müssen die Menschen vor Missbrauch schützen, die Misshandler zur Rechenschaft ziehen und die Betroffenen ermutigen, vorwärts zu kommen, um Vorfälle zu melden."

 

Wir können nur hoffen, dass sich in der Zukunft alle Wohltätigkeitsorganisationen an diese Prinzipien halten werden und unser Vertrauen in sie langsam aber stetig wiederhergestellt wird.

 

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